Zuletzt aktualisiert: 2026-07-03
Snapdrop und sein aktiv gepflegter Fork PairDrop sind Pioniere des browserbasierten, installationsfreien Dateiaustauschs. Sie sind ausgereift, vertraut und wirklich gute Werkzeuge — Relayium baut auf derselben Idee auf, statt sie abzutun.
Dieser Artikel vergleicht die drei fair: Gemeinsamkeiten, wo Snapdrop und PairDrop stärker sind und wo Relayium anders ist. Kurz gesagt liegt Relayiums Fokus auf Verschlüsselungsstärke und dem Erreichen über Netzwerke hinweg — nicht darauf, das zu ersetzen, was im LAN bereits gut funktioniert.
Alle drei laufen vollständig in einem modernen Webbrowser ohne Installation, und alle drei nutzen WebRTC, um Datei-Bytes direkt zwischen zwei Geräten zu bewegen, statt sie auf einem Server abzulegen.
Im selben lokalen Netz erkennen sie nahe Geräte automatisch, sodass das Senden eines Fotos vom Laptop zum Handy im selben Raum bei jedem von ihnen nur ein paar Tipps ist.
Snapdrop gibt es seit Jahren und hat eine große, vertrauensvolle Community; PairDrop erweitert es um Funktionen, die Relayium heute nicht anstrebt.
Reines WebRTC ist beim Transport durch DTLS verschlüsselt, und das ist echter Schutz gegen einen passiven Netzwerk-Lauscher. Aber die DTLS-Fingerabdrücke, die jede Seite authentifizieren, werden über den Signalisierungsserver ausgetauscht. Ein bösartiger oder kompromittierter Signalisierungsserver kann eigene Fingerabdrücke einschleusen und sich unsichtbar dazwischensetzen — ein klassischer Man-in-the-Middle-Angriff, den DTLS allein nicht verhindert.
Relayium fügt über dem WebRTC-Kanal eine zweite, unabhängige Verschlüsselungsschicht hinzu: Ein X25519-Schlüsselaustausch leitet einen Schlüssel für AES-256-GCM pro Block ab, und dieser Schlüssel wird nie an einen Server gesendet. Um einen Man-in-the-Middle zu erkennen, zeigen beide Geräte denselben sechsstelligen Short Authentication String (SAS) an; stimmen die Codes überein, sitzt kein Server dazwischen. Jede Datei wird zudem per SHA-256-Hash Ende-zu-Ende geprüft.
Relayium ist darauf ausgelegt, netzwerkübergreifend zu funktionieren, nicht nur im selben WLAN. Du kannst zwei Geräte per Pairing-Code oder Freigabelink verbinden, und die Übertragung läuft nach Möglichkeit weiterhin direkt Peer-to-Peer.
Ist eine Direktverbindung unmöglich, weicht der verschlüsselte Datenstrom auf ein TURN-Relay aus — doch das Relay sieht nur Chiffretext, sodass die Übertragung Ende-zu-Ende-verschlüsselt bleibt. Es gibt außerdem einen optionalen Modus mit gespeichertem Download-Link: Der Browser verschlüsselt die Dateien mit AES-256-GCM, und der Entschlüsselungsschlüssel liegt nur im URL-Fragment, sodass der Server nur Zero-Knowledge-Chiffretext speichert, den er nicht lesen kann. Echtzeitübertragungen brauchen kein Konto; das Erstellen eines Freigabe- oder Download-Links erfordert die Anmeldung des Absenders. Abgebrochene Übertragungen können fortgesetzt statt neu gestartet werden.
Die wichtigsten Unterschiede nebeneinander:
Für schnelles Teilen zwischen Geräten im selben Netz funktioniert jedes gut. Wenn du über verschiedene Netzwerke hinweg erreichen musst oder eine zusätzliche, serverunabhängige Verschlüsselungsschicht mit Prüfcode willst, zielt Relayium darauf ab; wenn du PairDrops Räume und dauerhafte Paarung liebst, bleibt es eine ausgezeichnete Wahl.
Ja. Relayium ist MIT-lizenziert, und das vollständige Protokoll samt Code ist öffentlich unter github.com/relayium/relayium — du kannst es prüfen oder eine eigene Instanz betreiben, dieselbe Offenheit, die Snapdrop und PairDrop Vertrauen verschafft hat.
In der Praxis keinen nennenswerten. Alle drei bauen eine direkte WebRTC-Verbindung auf, der Durchsatz ist also durch dein Netzwerk begrenzt. Relayiums zusätzliche AES-256-GCM-Schicht läuft im Browser, und ihr Aufwand ist neben der Netzwerkübertragung selbst vernachlässigbar.
Erlebe, wie sich die Verschlüsselung auf Anwendungsebene in der Praxis anfühlt — keine Installation, für Echtzeitübertragungen kein Konto nötig.
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