Relayium

Relayium vs. Snapdrop & PairDrop: welche sichere P2P-Übertragung?

Zuletzt aktualisiert: 2026-07-31

Snapdrop und sein aktiv gepflegter Fork PairDrop sind Pioniere des browserbasierten, installationsfreien Dateiaustauschs. Sie sind ausgereift, vertraut und wirklich gute Werkzeuge — Relayium baut auf derselben Idee auf, statt sie abzutun.

Dieser Artikel vergleicht die drei fair: Gemeinsamkeiten, wo Snapdrop und PairDrop stärker sind und wo Relayium anders ist. Kurz gesagt liegt Relayiums Fokus auf Verschlüsselungsstärke und dem Erreichen über Netzwerke hinweg — nicht darauf, das zu ersetzen, was im LAN bereits gut funktioniert.

Was sie gemeinsam haben

Alle drei laufen vollständig in einem modernen Webbrowser ohne Installation. Im selben LAN nutzen alle drei WebRTC, um Datei-Bytes direkt zwischen zwei Geräten zu bewegen, statt sie auf einem Server abzulegen.

Im selben lokalen Netz erkennen sie nahe Geräte automatisch, sodass das Senden eines Fotos vom Laptop zum Handy im selben Raum bei jedem von ihnen nur ein paar Tipps ist.

Wo Snapdrop und PairDrop glänzen

Snapdrop gibt es seit Jahren und hat eine große, vertrauensvolle Community; PairDrop erweitert es um Funktionen, die Relayium heute nicht anstrebt.

Worin sich Relayium unterscheidet: Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auf Anwendungsebene

Reines WebRTC ist beim Transport durch DTLS verschlüsselt, und das ist echter Schutz gegen einen passiven Netzwerk-Lauscher. Aber die DTLS-Fingerabdrücke, die jede Seite authentifizieren, werden über den Signalisierungsserver ausgetauscht. Ein bösartiger oder kompromittierter Signalisierungsserver kann eigene Fingerabdrücke einschleusen und sich unsichtbar dazwischensetzen — ein klassischer Man-in-the-Middle-Angriff, den DTLS allein nicht verhindert.

Relayium fügt über dem WebRTC-Kanal eine zweite, unabhängige Verschlüsselungsschicht hinzu: Ein X25519-Schlüsselaustausch leitet einen Schlüssel für AES-256-GCM pro Block ab, und dieser Schlüssel wird nie an einen Server gesendet. Um einen Man-in-the-Middle zu erkennen, schaltest du die standardmäßig ausgeschaltete erweiterte Verifizierung ein; dann zeigen beide Geräte denselben sechsstelligen Short Authentication String (SAS) an; stimmen die Codes überein, hat sich kein Server als einer der Endpunkte ausgegeben oder die Verschlüsselung der Anwendungsschicht terminiert. Jede Datei wird zudem per SHA-256-Hash Ende-zu-Ende geprüft.

Über das LAN hinaus

Relayium ist darauf ausgelegt, netzwerkübergreifend zu funktionieren, nicht nur im selben WLAN. Browser-Übertragungen verbinden sich im selben LAN direkt; eine netzwerkübergreifende Pairing-Code-Sitzung nutzt konstruktionsbedingt ein TURN-Relay und bleibt dabei zwischen den Browsern Ende-zu-Ende-verschlüsselt.

Netzübergreifend transportiert das TURN-Relay nur Chiffretext, den es weder lesen noch entschlüsseln kann, und Relayium bewahrt keine serverseitige Kopie oder Historie der Echtzeitinhalte auf. Es gibt außerdem einen optionalen Modus mit gespeichertem Download-Link: Der Browser verschlüsselt die Dateien mit AES-256-GCM, und der Entschlüsselungsschlüssel liegt nur im URL-Fragment, sodass der Server nur Zero-Knowledge-Chiffretext speichert, den er nicht lesen kann. Im selben Netz ist kein Konto nötig; der Ersteller eines netzwerkübergreifenden Pairing-Codes muss sich anmelden, der Beitretende braucht kein Konto. Auch das Erstellen eines gespeicherten Download-Links erfordert eine Anmeldung. Abgebrochene Übertragungen können fortgesetzt statt neu gestartet werden.

Funktionsvergleich auf einen Blick

Die wichtigsten Unterschiede nebeneinander:

Häufige Fragen

Können Relayium und Snapdrop/PairDrop einander ersetzen?

Für schnelles Teilen zwischen Geräten im selben Netz funktioniert jedes gut. Wenn du über verschiedene Netzwerke hinweg erreichen musst oder eine zusätzliche, serverunabhängige Verschlüsselungsschicht mit Verifizierungscode willst, zielt Relayium darauf ab; wenn du PairDrops Räume und dauerhafte Paarung liebst, bleibt es eine ausgezeichnete Wahl.

Ist Relayium quelloffen und selbst hostbar?

Ja. Relayium ist AGPL-3.0-lizenziert, und das vollständige Protokoll samt Code ist öffentlich unter github.com/relayium/relayium — du kannst es prüfen oder eine eigene Instanz betreiben, dieselbe Offenheit, die Snapdrop und PairDrop Vertrauen verschafft hat.

Gibt es einen Leistungsunterschied?

Im selben LAN nutzen alle drei einen direkten WebRTC-Pfad, daher ist die Leistung meist ähnlich. Netzwerkübergreifend nutzt Relayium konstruktionsbedingt TURN, sodass Standort und Kapazität des Relays Latenz und Durchsatz beeinflussen können. Die zusätzliche AES-256-GCM-Schicht läuft im Browser und verursacht gegenüber dem Netzwerkpfad normalerweise nur geringen Aufwand.

Erlebe, wie sich die Verschlüsselung auf Anwendungsebene in der Praxis anfühlt — keine Installation, im selben Netz kein Konto nötig.

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