Relayium vs. LocalSend: welche lokale Dateiübertragung?
Zuletzt aktualisiert: 2026-07-31
LocalSend ist eine wirklich gute, beliebte App: kostenlos, quelloffen, plattformübergreifend und dafür gebaut, Dateien zwischen Geräten im selben lokalen Netz zu übertragen — ganz ohne Server und ganz ohne Konto. Viele nutzen sie als AirDrop-ähnliches Werkzeug für Windows, Linux und Android.
Dieser Artikel vergleicht sie fair mit Relayium, das dasselbe Problem — dieselbe Netzwerkverbindung — anders löst: keine App zu installieren, läuft direkt im Browser — und geht dann weiter, indem es netzwerkübergreifend funktioniert und ein Kommandozeilen-Tool bietet, das LocalSend nicht hat.
Was LocalSend gut macht
LocalSend ist eine kostenlose Open-Source-App für Windows, macOS, Linux, Android und iOS. Einmal auf jedem Gerät installiert, entdeckt sie automatisch andere LocalSend-Instanzen im selben WLAN oder LAN über einen verschlüsselten lokalen Transport — kein Server irgendwo, keine Internetverbindung nötig, kein Konto.
Sie unterstützt Drag-and-Drop, das Senden ganzer Ordner sowie einen optionalen PIN-Schutz beim Senden in Netzwerken, denen man nicht vollständig vertraut.
- Plattformübergreifende native Apps für Windows, macOS, Linux, Android und iOS — einmal installiert, funktioniert es einfach.
- Von Grund auf offline: kein Server, keine Internetverbindung, kein Konto — nötig sind nur Geräte im selben lokalen Netz.
- Optionaler PIN-Schutz beim Senden in nicht vertrauenswürdigen Netzwerken, plus Drag-and-Drop und Übertragung ganzer Ordner.
- Ein eigenes App-Symbol und OS-seitige Share-Sheet-Integration, die ein Browser-Tab nicht bieten kann.
Worin sich Relayium unterscheidet: nichts zu installieren, direkt im Browser
Relayium geht das gleiche Netzwerkproblem genau umgekehrt an: Statt auf jedem Gerät eine App zu installieren, öffnest du relayium.com in einem Browser, den du bereits hast. Zwei Geräte im selben Netz landen automatisch im selben Raum — der Server leitet den Raum aus dem gemeinsamen Netzwerk ab, ganz ohne Pairing-Code und ohne Konto auf beiden Seiten.
Dieser LAN-Raum fasst beliebig viele Geräte gleichzeitig, nicht nur ein Paar, und Drag-and-Drop oder Ordnerauswahl funktionieren genauso wie bei einer nativen App — nur ohne den Installationsschritt.
Über das LAN hinaus: netzwerkübergreifende Übertragung und eine CLI
LocalSend ist von Grund auf nur fürs lokale Netz gedacht — es gibt keine Möglichkeit, ein Gerät in einem anderen Netzwerk oder über das Internet zu erreichen. Relayium fügt das hinzu: Erstelle einen Pairing-Code (oder teile den daraus erzeugten Beitrittslink), und die Gegenseite verbindet sich von überall. Im Browser läuft dieser netzwerkübergreifende Weg bewusst über ein verschlüsseltes TURN-Relay, statt nach einer Direktverbindung zu suchen: Auf reines Relay-ICE festgelegt, steht die Verbindung in ein bis zwei Sekunden, statt rund 20 Sekunden für Direktkandidaten-Prüfungen über NAT-Grenzen hinweg zu verbrauchen, die ohnehin fast immer scheitern.
Für einen netzwerkübergreifenden Pairing-Code muss sich der Absender anmelden; die empfangende Person braucht nie ein Konto. Jede Echtzeitübertragung — im LAN oder netzwerkübergreifend — ist auf Anwendungsebene Ende-zu-Ende-verschlüsselt: Ein X25519-Schlüsselaustausch leitet einen Schlüssel für AES-256-GCM ab. Wenn beide Seiten den sechsstelligen SAS-Code über einen separaten Kanal abgleichen, bestätigt das, dass die öffentlichen Schlüssel der Endpunkte nicht ersetzt wurden, und erkennt einen Signalisierungsdienst oder TURN-Endpunkt, der sich als Gegenstelle ausgibt. Die SAS-Prüfung beweist nicht, dass TURN außerhalb des Netzwerkpfads liegt; bei netzwerkübergreifenden Browserübertragungen trägt das Relay weiterhin ausschließlich Chiffretext und kann kein Byte deiner Datei lesen. Jede Datei wird außerdem per SHA-256-Hash geprüft. Übertragungen im selben Netz laufen direkt zwischen den beiden Geräten.
Für alle, die Übertragungen zu einem Server skripten wollen, gibt es außerdem eine CLI — push/pull über SSH oder daemon-direct, inkrementelle Ordnersynchronisation und Senden/Empfangen per Pairing-Code — etwas, das eine reine LAN-App nicht bietet. Die CLI verbindet sich immer direkt und nutzt nie ein Relay.
Wann LocalSend die bessere Wahl ist
Wenn du überhaupt keinen Browser öffnen willst — etwa weil du Dateien in einem Netz ohne jeglichen Internetzugang bewegst, oder du einfach ein dauerhaftes App-Symbol und OS-Share-Sheet-Integration möchtest — passt LocalSends eigene App besser. Sie ist ausgereift, funktioniert im striktesten Sinn vollständig offline, und ihr PIN-Modus ist eine nette zusätzliche Schicht in Netzwerken, denen du nicht vollständig vertraust.
Funktionsvergleich auf einen Blick
Die wichtigsten Unterschiede nebeneinander:
- Installation: LocalSend braucht eine App auf jedem Gerät; Relayiums Modus im selben Netz braucht nichts außer einem Browser.
- Netzwerkreichweite: LocalSend ist rein lokal; Relayium verbindet auch über verschiedene Netzwerke hinweg per Pairing-Code — im Browser läuft diese Strecke über ein verschlüsseltes Relay, die CLI verbindet immer direkt.
- Verschlüsselung: LocalSend sichert seinen lokalen Transport; Relayium fügt selbst im LAN einen unabhängigen Kanal auf Anwendungsebene mit X25519 + AES-256-GCM und einem SAS-Verifizierungscode hinzu.
- Konten: LocalSend braucht nie eines; Relayiums LAN-Modus ebenso wenig — nur wer den Pairing-Code erstellt, meldet sich an, und auch nur dafür.
- Automatisierung: Relayium bietet eine CLI für SSH-push/pull, inkrementelle Synchronisation und einen dauerhaften Empfangsdienst; LocalSend gibt es nur als App.
Häufige Fragen
Muss ich etwas installieren, um Relayium im selben Netz zu nutzen?
Nein. Öffne relayium.com im Browser auf beiden Geräten, während sie im selben Netz sind — sie sehen sich automatisch, ohne App, ohne Konto, ohne Pairing-Code.
Braucht LocalSend eine Internetverbindung?
Nein — das ist eine seiner Stärken. LocalSend funktioniert vollständig über das lokale Netz, ganz ohne Server, und läuft daher auch ohne jeden Internetzugang weiter.
Kann Relayium Dateien an jemanden in einem anderen Netzwerk senden?
Ja. Erstelle einen Pairing-Code (oder teile den daraus erzeugten Beitrittslink), und das andere Gerät verbindet sich von überall. Im Browser übernimmt diese netzwerkübergreifende Verbindung planmäßig ein verschlüsseltes TURN-Relay: Sie steht damit in ein bis zwei Sekunden, statt auf Direktverbindungsversuche zu warten, die zwischen zwei Heimnetzen selten gelingen. Das Relay leitet nur Chiffretext weiter und kann deine Dateien nicht lesen. Zum Erstellen des Codes musst du angemeldet sein; wer den Code bekommt, nie.
Ist Relayium quelloffen?
Ja, AGPL-3.0-lizenziert, das vollständige Protokoll samt Code ist öffentlich unter github.com/relayium/relayium — dieselbe Art von Offenheit, die LocalSend vertrauenswürdig macht.
Welches ist privater?
Beide halten Übertragungen im selben Netz von einem öffentlichen Server fern — im LAN sprechen Relayiums zwei Geräte direkt miteinander. LocalSend sichert seinen lokalen Transport selbst. Relayium fügt zusätzlich, im LAN wie netzwerkübergreifend, einen unabhängigen Verschlüsselungskanal auf Anwendungsebene mit einem beidseitig prüfbaren SAS-Code hinzu — deshalb sieht das Relay auf dem netzwerkübergreifenden Weg ausschließlich Chiffretext.
Erlebe, wie sich eine Übertragung im selben Netz ohne jede Installation anfühlt — öffne die Seite einfach auf beiden Geräten.
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