Relayium vs. AirDrop: eine plattformübergreifende Alternative
Zuletzt aktualisiert: 2026-07-31
AirDrop ist eine der besten Datei-Sharing-Erfahrungen, die je ausgeliefert wurden. Zwischen iPhone, iPad und Mac ist es schnell, privat und mühelos ins System integriert — Relayium tut nicht so, als würde es das auf Apples Heimterrain schlagen.
Der Haken ist die Grenze: AirDrop spricht nur mit anderen Apple-Geräten. Dieser Artikel vergleicht beide fair, erklärt, wo AirDrop wirklich besser ist, und zeigt, wo Relayium hilft — beim Senden zwischen einem iPhone und einem Windows-PC, einem Android-Handy und einem Mac oder einem Linux-Laptop und einem iPad, direkt aus dem Browser.
Was AirDrop richtig macht
AirDrop nutzt Apple Wireless Direct Link (AWDL), um zwischen zwei nahen Geräten eine Peer-to-Peer-WLAN-Verbindung aufzubauen, während Bluetooth die Erkennung übernimmt. Das Ergebnis ist schnell, direkt und funktioniert selbst dann, wenn keines der Geräte in einem Netzwerk ist — kein Router, kein Internet, kein Konto.
Es ist außerdem tief integriert: Das Teilen-Menü ist in jeder App einen Tipp entfernt, Übertragungen sind verschlüsselt, und empfangene Dateien landen automatisch am richtigen Ort. Um Fotos oder Dokumente in einem reinen Apple-Haushalt zu bewegen, ist es kaum zu schlagen.
Der Haken: AirDrop bleibt in Apples Welt
AirDrop existiert für Windows, Android oder Linux schlicht nicht. Es gibt keinen offiziellen Client und keine Interoperabilität, also ist AirDrop in dem Moment, in dem eine Seite der Übertragung kein Apple-Gerät ist, überhaupt keine Option.
Genau diese Lücke trifft die meisten: ein iPhone-Foto, das zu einem Windows-PC muss, ein Android-Video, das zu einem Mac geht, oder Dateien, die zwischen einer Linux-Workstation und einem iPad wandern. Die üblichen Umwege — ein Kabel, eine E-Mail an sich selbst oder ein Cloud-Upload und erneuter Download — sind langsamer und leiten deine Dateien über den Server eines anderen.
Wie Relayium die Lücke schließt
Relayium läuft vollständig in einem modernen Webbrowser, ohne Installation, sodass zwei beliebige Geräte, die eine Webseite öffnen können, unabhängig von der Plattform miteinander übertragen: Windows, macOS, Linux, Android und iOS arbeiten alle zusammen. Im selben WLAN öffnen beide Geräte relayium.com und erkennen einander automatisch; in verschiedenen Netzwerken verbindest du dich stattdessen mit einem kurzen Pairing-Code.
Im selben Netz läuft die Übertragung über WebRTC direkt zwischen den beiden Geräten. Der netzwerkübergreifende Weg ist bewusst anders: Ein Raum mit Pairing-Code erzwingt reines Relay-ICE, der Datenstrom läuft also über ein TURN-Relay, und die Verbindung steht in ein bis zwei Sekunden, statt rund 20 Sekunden für Direktkandidaten-Prüfungen zu verbrauchen, die zwischen zwei Heimnetzen fast nie gelingen. In beiden Fällen liegt eine zweite, unabhängige Verschlüsselungsschicht darüber: Ein X25519-Schlüsselaustausch leitet einen Schlüssel für AES-256-GCM pro Block ab, und dieser Schlüssel erreicht nie einen Server — das Relay bewegt also ausschließlich Chiffretext, den es nicht lesen kann. Mit eingeschalteter erweiterter Verifizierung — standardmäßig aus — zeigen beide Geräte denselben sechsstelligen Verifizierungscode (einen Short Authentication String, SAS). Ein Abgleich über einen separaten Kanal bestätigt, dass die öffentlichen X25519-Schlüssel der Endpunkte nicht ausgetauscht wurden, und erkennt, wenn der Signalisierungsdienst oder ein TURN-Relay einen Endpunkt imitiert hat. Das beweist nicht, dass TURN außerhalb des Netzwerkpfads liegt: Bei netzwerkübergreifenden Übertragungen bleibt TURN im Datenpfad, transportiert aber nur Chiffretext. Jede Datei wird zusätzlich per SHA-256-Hash Ende-zu-Ende geprüft. Du kannst bis zu 1.000 Dateien pro Stapel senden. Im selben Netz ist kein Konto nötig; einen Pairing-Code fürs Senden über Netzwerke hinweg zu erstellen erfordert eine Anmeldung — wer empfängt, braucht nie ein Konto. Bricht die Verbindung ab, kann die Übertragung fortgesetzt statt neu gestartet werden.
Ehrliche Grenzen auf iPhone und iPad
Das ist der Punkt, den man offen ansprechen sollte: Sehr große Dateien in einem mobilen Browser zu empfangen, ist nicht so geschmeidig wie natives AirDrop. Wenn kein Streaming-Weg greift — typischerweise bei mehreren Dateien gleichzeitig in einem Browser ohne File System Access API, also Firefox, Safari und alles Mobile, denn auf iOS ist jeder Browser WebKit —, landen die eingehenden Daten stattdessen im Arbeitsspeicher. Relayium warnt vor einem Download, für den es mehr als rund 256 MB Speicher schätzt. Diese Zahl ist eine bewusst konservative Schätzung und keine gemessene harte Grenze: Ein Desktop mit viel RAM kommt womöglich weit darüber hinaus, während ein Handy mit vielen offenen Tabs schon früher ins Straucheln gerät.
Es wird mehr gestreamt, als das nahelegt. Chrome und Edge nutzen die File System Access API: Eine einzelne Datei geht über einen „Speichern unter“-Dialog direkt auf die Festplatte, ein ganzer Stapel streamt in einen von dir gewählten Ordner — keine Größenobergrenze, kein Speicherdruck. Selbst ohne diese API lässt sich eine einzelne Datei über den Service-Worker-Downloadweg auf die Festplatte streamen; „Firefox und Safari müssen puffern“ gilt also nicht pauschal. Genau diesen Weg nutzt der optionale Modus mit gespeichertem Download-Link — der Browser verschlüsselt die Dateien mit AES-256-GCM, und der Schlüssel liegt nur im URL-Fragment, sodass der Server Zero-Knowledge-Chiffretext hält, den er nicht lesen kann; das Erstellen eines solchen Links erfordert die Anmeldung des Absenders, eine Echtzeitübertragung im selben Netz nicht.
AirDrop vs. Relayium auf einen Blick
Die wichtigsten Unterschiede nebeneinander:
- Plattformen: AirDrop ist nur für Apple; Relayium funktioniert im Browser über Windows, macOS, Linux, Android und iOS hinweg.
- Installation: AirDrop ist in Apples System eingebaut; Relayium braucht keine App und keine Installation, nur eine Webseite.
- Netzwerkübergreifend: AirDrop nur in der Nähe; Relayium verbindet im selben WLAN direkt oder über Netzwerke hinweg per Pairing-Code über ein verschlüsseltes Relay.
- Verschlüsselung: beide sind verschlüsselt; Relayium legt X25519 + AES-256-GCM darüber, mit einem sechsstelligen Code, den du prüfst, und SHA-256-Prüfungen je Datei.
- Große Dateien mobil: AirDrop ist geschmeidiger; Relayium warnt oberhalb von rund 256 MB, wenn der Browser im Speicher puffern muss, während Chrome und Edge direkt auf die Festplatte streamen und diese Schwelle gar nicht kennen.
- Konto: AirDrop braucht nie eines; Relayium braucht im selben Netz keines, verlangt aber eine Anmeldung, um einen Pairing-Code für eine netzwerkübergreifende Übertragung oder einen gespeicherten Download-Link zu erstellen — wer empfängt, braucht nie ein Konto.
Häufige Fragen
Gibt es ein AirDrop für Windows?
Nein — AirDrop ist Apple-Geräten vorbehalten und hat keinen Windows-Client. Relayium ist die plattformübergreifende Alternative: Es läuft in jedem Browser, sodass ein Windows-PC genauso leicht an ein iPhone oder Mac sendet und von ihm empfängt wie zwischen zwei Apple-Geräten.
Wie sende ich eine Datei von einem iPhone an einen Windows-PC?
Öffne relayium.com in einem Browser auf beiden Geräten. Im selben WLAN erkennen sie einander automatisch; sonst gibst du den auf einem Gerät angezeigten Pairing-Code im anderen ein — dafür muss sich anmelden, wer diesen Code erstellt. Wähle bis zu 1.000 Dateien, prüfe, ob der sechsstellige Code auf beiden Bildschirmen übereinstimmt, und die Übertragung läuft Ende-zu-Ende-verschlüsselt zwischen ihnen — im selben WLAN direkt, netzwerkübergreifend über ein Relay, das nur Chiffretext sieht.
Muss ich eine App installieren?
Nein. Relayium ist eine Webseite — auf keinem Gerät und keinem Betriebssystem ist etwas zu installieren. Es ist kostenlos und quelloffen unter der AGPL-3.0-Lizenz auf github.com/relayium/relayium, sodass du es prüfen oder eine eigene Instanz betreiben kannst.
Übertrage zwischen Apple und allem anderen — keine Installation, im selben Netz kein Konto nötig.
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